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Daniel Kahn besingt seine Foterlender - seine Vaterländer und Heimaten

Samstag 26. November | 20 Uhr | Erzählkonzert in der Reihe Angekommen?
Der Troubadour aus Detroit bestreitet ein intimes und radikales Programm mit neuen und alten Liedern, geschmuggelt über die Grenzen von Jiddisch, Englisch, Russisch, Deutsch, Vergangenheit und Zukunft. Daniel Kahn kommt mit einer zeitgemäßen Sammlung aus brüchigen Balladen, windschiefem Klezmer, Gefängnislamentos, Revolutionshymnen und apokalyptischem Blues

 

 

Viele Lieder verbindet das Motiv der Ausgrenzung, der Grenzüberschreitung und der Grenzenlosigkeit, ob wortwörtlich, oder im übertragenen Sinne auch zwischen den Sprachen.

Das Konzept von Heimat, Zuhause, Vaterland und Zugehörigkeit stellt Kahn grundsätzlich infrage – mit Adaptionen von großen modernen Dichter*innen wie Molodowsky, Dylan, Brassens, Tucholsky, Cohen und Gebirtig. Der charismatische Songwriter, Dichter und Multi-Instrumentalist bedient sich spielerisch aus seinem reichen Fundus, mit denen er seine Botschaften formuliert. Damit setzt er auch in diesem Erzählkonzert auf einen intimen Dialog mit seinem Publikum.

Daniel Kahn ist geboren und aufgewachsen in Detroit/USA. Er studierte Theater und Lyrik an der University of Michigan, lebte in New Orleans und New York. 2005 zog er nach Berlin und gründete seine Kult-Klezmer Band The Painted Bird, mit der er fünf Alben produzierte, die zahlreiche Auszeichnungen erhielten (u.a. Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik). Weitere Musikprojekte sind The Unternationale, Semer Ensemble, The Brothers Nazaroff, Bulat Blues und The Disorientalists. Am Gorki Theater arbeitete er als Regisseur, Komponist, Lyriker, Musik-Kurator, Autor und Schauspieler. In New York spielte er auf Jiddisch Pertshik in der Hit-Produktion von Anatevka und  Biff in Death of a Salesman. Er war Teil des All-Star Programms From the Shtetl to the Stage in der Carnegie Hall.  2016 war er erster Theodor-Bikel-Artist-in Residence der Ashkenaz Foundation. 2018 erhielte er den Chane und Joseph Mlotek Award for Yiddish Continuity. Er ist Mitbegründer des jiddischen Kulturfestivals Shtetl Berlin, wohnt mittlerweile in Hamburg und arbeitet auf einem Schiff im Harburger Binnenhafen.

Gefördert durch Neustart Kultur der Initiative Musik und der Bundeskulturstaatsministerin.

AK 15 (ermäßigt 10) VVK 12 (ermäßigt 10) € | Tickets | Infos Vorverkauf

Halle
 

»ANGEKOMMEN? Juden in Deutschland«

In Deutschland leben ungefähr 220.000 Jüdinnen und Juden. Die große Mehrheit stammt aus der ehemaligen Sowjetunion und kam als »Kontingentflüchtlinge«. Vor 30 Jahren begann diese Emigrationswelle. Auf der Suche nach einer neuen Heimat wählten etwa 210.000 Menschen in ihrer Not den beschwerlichen Weg der Einwanderung in ein fremdes Land. Wie geht es ihnen heute? Sind sie angekommen in Deutschland, ist dieses Land ihr Zuhause geworden? Was ist eigentlich Heimat? Und wie halten sie es mit dem »jüdischen Leben in Deutschland«, das unbedingt wieder zu diesem Land dazugehören soll?

Nach der positiven Resonanz auf die Reihe »Jüdische Klangspuren« möchten wir das Format der Erzählkonzerte im Goldbekhaus fortsetzen. Wieder liegt ein Fokus auf der jiddischen Sprache, die sich immer transnational definiert hat und bis heute über Grenzen hinwegsetzt. Eingeladen sind wieder Künstler und Künstlerinnen, die alle in Deutschland leben. Sie alle haben sich extra für diese neue Reihe mit ihren Vorstellungen von Heimaten beschäftigt und für das Goldbekhaus exklusiv ihre eigenen persönlichen Erzählkonzerte konzipiert. Das Jüdische und das Jiddische ist ein wichtiger Teil ihres künstlerischen Schaffens und zeigt, wie vielfältig und unterschiedlich Judentum in Deutschland praktiziert wird.

Mit den Erzählkonzerten möchten wir einen emotionalen Zugang zu jüdischen Themen schaffen, Hemmungen oder Berührungsängste abbauen und einladen, jüdisches Leben in Deutschland besser kennenzulernen.

 

Während der Vorbereitung zu dieser neuen Konzertreihe haben uns die Ereignisse eingeholt:

Putin hat einen brutalen Krieg mitten in Europa begonnen. Seinen zaristischen Begehrlichkeiten fällt ein Land mit 42 Mio. Einwohnern zum Opfer, das der Diktator skrupellos zerstören und Russland einverleiben will. Dieser völkerrechtswidriger Angriffskrieg markiert eine Zeitenwende und hat uns zutiefst bestürzt. Dieser Vernichtungsfeldzug stellt auch unsere Serie mit Erzählkonzerten in einen neuen Kontext. Viele der Mitwirkenden stammen aus osteuropäischen Ländern – aus der Ukraine oder unmittelbar betroffenen Nachbarstaaten wie Lettland und Moldau. Und so rückt der Krieg ungewollt in den Mittelpunkt, denn er verändert radikal den Blick auf Heimaten.

Im Jahr 2022 tobt in Osteuropa ein Krieg der Nationalismen wie im 19. Jahrhundert und fordert Menschenleben, zwingt Unzählige zur Flucht. Wegen Kriegen und Pogromen hat sich Jiddisch in den unterschiedlichsten Diasporen ausgebreitet. Die staatenlose Jiddische Kultur ist ein kluges Vorbild, exemplarisch den neu entflammten Nationalismen etwas entgegenzusetzen.

Stella Jürgensen und Jürgen Krenz
Hamburg, der 8. März 2022

„Mein Vaterland ist tot
Sie haben es begraben im Feuer
Ich lebe in meinem Mutterland Wort“
Rose Ausländer

Solidarität mit den Menschen in der Ukraine! Hilfe und Spenden gerne an den »Verein der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit e.V.«
IBAN: DE02 1001 0010 0994 1081 20 für humanitäre Hilfe

 

Alle Termine im Einzelnen:

Sa 9. April | Yuriy Ghurzy | »Richard Wagner und die Klezmerband« – auf der Suche nach jüdischen Sounds in Deutschland

Sa 14. Mai | Sasha Lurje, Craig Judelman + Sanne Möricke | »Lebedik: Shlepping Goles - Träume und Sehnsüchte aus der Diaspora«

Sa 25. Juni | Marina Frenk. (Copyright Foto David Reisler) | »ewig her und gar nicht wahr« – über das Ankommen in einem fremden Land

Sa 10. September | Stella’s Morgenstern und Frank London mit neuen Beautiful Chansons und Liedern von Heimaten und Sehnsuchtsorten

Sa 26. November | Daniel Kahn besingt seine »foterlender« - seine »Vaterländer und Heimaten«

Sa 10. Dezember | Maya Lasker-Wallfisch »Ich schreib euch aus Berlin – Rückkehr in ein neues Zuhause«