Susi Claus: «Wenn Alles auseinander fällt» & «Einer von Euch sein»

Puppentheater für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene

Sonntag 29. März 2026

Beginn: 19:00 Uhr

Einlass: 18:30 Uhr

  • Bühne

Anhand von Archiv- Dokumenten, Zeitzeugenberichten und nach eigenen Gesprächen mit Nachfahr*innen der Opfer haben die Künstlerinnen Susi Claus und Astrid Endruweit aus Berlin diese Inszenierungen erarbeitet. Wir freuen uns darauf, die Doppelvorstellung zum ersten Mal in Hamburg zu zeigen.

WENN ALLES AUSEINANDER FÄLLT
Deutschland, Juni 1933
Figurentheater für Menschen ab 13 Jahren

Im Juni 1933 werden Hunderte Menschen in Köpenick von der Straße weg oder aus ihren Wohnungen entführt und tagelang gefoltert – es gibt weit über 20 Todesopfer. Überall in Deutschland finden zu Beginn des sogenannten Gleichschaltungsprozesses des NS-Staates ähnliche Gewalt-Exzesse statt. Es gibt kaum zivile Gegenwehr, Polizei und Justiz können die Opfer nicht schützen oder wollen es in Teilen bereits nicht mehr. Nachbarn werden zu Opfern und zu Tätern. Dieser öffentlich sichtbare eskalierende Terror setzt der pluralen Gesellschaft der Weimarer Republik ein brutales Ende.
Heute werden wir von immer offener auftretenden rechten Netzwerken unter Druck gesetzt. Rechtes Gedankengut ist in zunehmendem Maße präsent und beeinflusst gesellschaftliche Diskurse in seinem Sinne. Der Frühsommer 1933 ist näher an unserer gegenwärtigen Situation und momentan aktueller, als Nazi-Deutschland ab der zweiten Hälfte der 1930er Jahre.
Was ist damals geschehen, wie erinnern wir und was bedeuten die dramatischen Tage vom Juni 1933 für uns heute? Was geschah mit den Angehörigen der entführten, gefolterten und ermordeten Nachbarn, was mit den Ehefrauen, Müttern, Freundinnen, Geschwistern, deren Namen nirgendwo genannt werden? Wie wirkt der Schrecken bis in die 4. Generation nach?

EINER VON EUCH SEIN
1933 bis 45- Kindheit und Jugend zwischen Mitmachen, Verweigern und Deportation
Puppentheater für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene

Das Stück ist eine szenische Lesung auf Grundlage anonymisierter Zeitzeugenberichte, es behandelt die einsetzende Ausgrenzung in den Klassenräumen
und die ideologische Durchdringung des Schulunterrichts. „Und da wurde mir plötzlich die Gedankenlosigkeit meiner ganzen Bemerkung klar. Der Kurt war Jude, er konnte gar nicht einer von uns sein.“
Bis zu diesem Tag sind Kinder zusammen auf die Schule gegangen, waren beste Freunde. Einen Tag später gibt es da einen Unterschied. Das sind die einen- und das sind die anderen.
„…und auf einmal mußte man morgens, wenn man in die Schule kam, nicht mehr „guten Morgen“ sondern „Heil Hitler“ sagen.“ Und dann war da das Gebet an den Führer, statt dem Vater Unser. Manche wären gern dabei gewesen. Der Hitlergruß- die ganze Klasse machte den- aber die jüdischen Schüler durften das natürlich nicht. Es war schrecklich, als einzige mit den Händen nach unten dazustehen.“
„…der Bund deutscher Mädel, ich wollte unbedingt dahin, ich fand das wunderschön, weil da hat man schön am Lagerfeuer gesessen und gemeinsam Lieder gesungen…“
„…und die jungen Menschen sollen lernen, zu schweigen, nicht nur, wenn sie mit Recht getadelt werden, sondern sollen auch lernen, Unrecht schweigend zu ertragen.“ A.H.

Diese Veranstaltung läuft im Rahmen der Woche des Gedenkens Bezirk Hamburg-Nord, gefördert vom Bezirksamt Hamburg-Nord.

 

Mit: Susi Claus und Astrid Endruweit | Susi Claus Webseite

Ort: Halle

Infos: Im Rahmen der Woche des Gedenkens im Bezirk Hamburg-Nord

Eintritt: VVK 15,- / AK 15,-

Vorverkauf: Karten gibt es auch im hauseigenen Vorverkauf im Goldbekhaus.

Gefördert von:

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