Vortragsreihe Hochsensibilität
Hochsensibilität und Neurodiversität. Hochsensibilität ist ein Wesenzug, der bei 20 – 30 % der Menschen vorliegt. Die Begriffe Highly Sensitive Person (HSP) und Sensory Processing Sensitivity (SPS) wurden in den 90er Jahren von Dr. Elaine Aaron formuliert. Damit wird eine erhöhte Empfänglichkeit für sensorische und emotionale Reize sowie eine tiefere Verarbeitung von Informationen beschrieben.
In einer Studie konnten Konrad und Herzberg (2017) zeigen, dass sich SPS durch drei Faktoren beschreiben lässt: Leichte Erregbarkeit: Schnelle Überreizbarkeit durch sensorische oder emotionale Reize. Ästhetische Empfindsamkeit: Die besondere Ansprechbarkeit auf Kunst, Natur und Schönheit. Niedrige Wahrnehmungsschwelle: Verstärkte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Licht oder Lärm.
Der im deutschen verwendetet Begriff Hochsensibilität ist in diesem Zusammenhang etwas irreführend, da es zum einen um eine erhöhte „Sensitivität“, also um eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, geht. Und zum anderen, dass nicht nur eine verstärkte Empfänglichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Lärm, Licht, Gerüchen etc. eine Rolle spielt, sondern auch um eine andere Art der Verabeitung der aufgenommenen Informationen.
Als Ergebnis ihrer systematischen Untersuchungen wurde von der amerikanischen Wissenschaftlerin Dr. Elaine Aaron Ende der 90er Jahre der erste Fragenbogen zum Selbsttest entworfen, von dem aus weitere Varianten entwickelt wurden.
Auf der Basis neuer Erkenntnisse wurde 2024 ein aktueller Fragebogen entwickelt, der sich noch ausgewogener mit der Thematik befasst. Der Vortrag wird sich mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Hochsensibilität befassen.
Aktuell wurde von Prof. Véronique de Gucht (Universität Leiden) ein komplett neuer Fragebogen mit umfassenderer Ausrichtung erarbeitet. Der Fragebogen wurde von Prof. Herzberg ins Deutsche übertragen. Zur Verifizierung, ob es länderspezifische Unterschiede gibt, ist der Fragebogen zur Nutzung bereits verfügbar. Den Fragebogen in Verbindung mit einem erläuternden Interview mit Véronique de Gucht findet sich auf der Homepage des Forschungsraum Hochsensibilität unter Tipps und Links www.sps-q.com.
Mit: Prof. Dr. habil André Frank Zimpel
Ort: Bühne zum Hof
Infos: www.fr-hsp.de
Eintritt: VVK 18,-/21,- (zzgl. VVK-Gebühren) | AK 22,-/25,-